Lehnerath

Ortsbeschreibung

In einem Schenkungsvertrag mit der Abtei Prüm vom 15. Juni 943 wird eine "villa Lyemrode" aufgeführt; es ist aber nicht sicher, ob es sich dabei um Lehnerath handelt, zumal der Siedlungsname auf eine spätere rodezeitliche Gründung hindeutet.

 

Keine Zweifel bestehen jedoch bei der "villa Leynrode prope villam Leysdorp", so genannt in einem Tauschvertrag Gerhards, Herrn von Blankenheim, vom 5. August 1291.

 

Demnach ist Lehnerath seit Ende des 13. Jahrhundert Blankenheimer Besitz. Als solcher gelangt der Ort um 1470 mit der Erwerbung der Grafschaft Blankenheim an die Grafen von Manderscheid. Bei der Aufteilung der Grafschaft Manderscheid 1488 fällt Lehnerath dem Blankenheim-Gerolsteiner Zweig dieses mächtigen Eifeler Herrschergeschlechtes zu, bei dem es mehr als 300 Jahre bleibt. Verwaltungsmäßig gehört der kleine Weiler, in dem 1651 zwei Familien leben, zum so genannten Hof Lissendorf. Eine dieser Familien war die Familie Hofmann, die bereits seit dem späten 16. Jahrhundert als Pächter des Manderscheider Hofes nachgewiesen ist. Um 1700 ist daneben noch die Familie Bernardi in Lehnerath ansässig.

 

Als die französische Regierung die als Nationalgüter beschlagnahmten gräflichen Besitzungen versteigern lässt, erwirbt Peter Hoffmann am 11.6.1804 das Hofgut in Lehnerath. Nach ihm wird es fortan als Petershof ("Pittisch") bezeichnet. Lehnerath gehört in der französischen Zeit (1794-1814) zum Kanton Lissendorf, Arrondissement Prüm im Saardepartement. Die preußische Verwaltung teilt es der Gemeinde Basberg, Amt Lissendorf im Kreis Daun, zu. Im Zuge der rheinland-pfälzischen Kommunalreform kommt Lehnerath 1970 zur Gemeinde Steffeln.

 

Die Bevölkerung des kleinen Weilers, in dem 1651, 1655 und auch noch 1830 nur zwei Familien lebten, nahm erst seit Ende des 19. Jahrhunderts zu: 1830 wurden 24 Einwohner gezählt, 1862, 23, 1896 33, schließlich 1997 46.

 

Autor: Werner Grasediek (in Kooperation mit Sonja Blameuser)