Kirche

kircheAm Ostrand des Dorfes bekrönt die Pfarrkirche in recht monumentaler und eindrucksvoller Weise den Südhang eines das Dorf überragenden und steil aus dem Talboden aufwachsenden Tufffelsens.
Das nach Osten ausgerichtete Kirchenschiff ist ein mit gotisierenden Kreuzgewölben abgedeckter, vierjochiger barocker Saalbau, dessen Langwände von jeweils 4 rundbogig geschlossenen Fenstern durchbrochen und mit äußeren Strebepfeilern verstärkt sind. "Die niedrigen Rippen mit spätgotischem Hohlkehlprofil ruhen wie die rechteckigen Gurte auf breiten Gesimskonsolen" (Wackenroder, S. 198).

Östlich des dreiseitig geschlossenen Chores lehnt sich die kapellenartig wirkende Sakristei mit ihrer geschweiften Barockhaube an. Sie hat einen quadratischem Grundriss mit abgestumpften Ecken und ist mit Tonne und Stichkappe, aber rippenlos, gewölbt.

Den wuchtigen, vierseitigen Westturm mit großer Laienempore ("Ducksaal") schließt eine barocke Haube ab, auf der eine Laterne zu der achtseitigen Grundfläche des abgesetzten Spitzhelmes überleitet.

Das Baumaterial Palagonittuff wurde in dem seit römischer Zeit genutzten Steinbruch unmittelbar unterhalb des Bauplatzes gebrochen. Der 1974 an die Südseite des Turmes angefügte, flachgedeckte Windfang aus unverputzten Natursteinen steht mit seiner modernen quadratischen Form und dem großen viereckigen Glasfenster in deutlichem Gegensatz zur Formensprache der übrigen Kirche.

Baugeschichte

Die Lage der Kirche und das Michaelspatrozinium lassen eine vorchristliche Kultstätte an der Stelle der Kirche vermuten (vgl. Schug, S. 496).
Die Kirche steht an der Stelle einer Burg der Grafen von Hochstaden, die 1282 in Blankenheimischen Besitz überging (BAT 71, 203, Wackenroder, S. 513).
Mauerkörper und Kellerraum der Sakristei gehen vermutlich auf die Burgkapelle zurück (Brühl, S. 33f.).
Eine Kirche wird erstmalig 1501 erwähnt, dürfte aber älter sein. Das bereits 1687 als baufällig bezeichnete Kirchenschiff wurde wahrscheinlich 1711 neu erbaut, während der Kirchturm des Vorgängerbaues (1556?) erhalten blieb (Becker S. 605). Diesen ersetzt seit 1923 der nach Entwurf der Architekten Peter Marx und Gracher (Trier) errichtete mächtigen Westturm (Schug. S. 498).

Autor: Werner Grasediek